Lebenslanges Lernen und Chancengerechtigkeit sind untrennbar mit einem flexiblen Bildungssystem verbunden. In jeder Lebensphase sollte es möglich sein, an vorhandene Kompetenzen anzuknüpfen und weiterzulernen. Unnötige zeitintensive Bildungsschleifen müssen ebenso vermieden werden wie Bildungssackgassen. In diesem Kontext spielt die Förderung nach mehr Durchlässigkeit in der Berufsbildung eine zentrale Rolle. Bei steigendem Fachkräftebedarf bleiben Qualifikationsreserven ungenutzt, wenn z. B. Absolventen von beruflichen Bildungsgängen schwer Zugang zur Hochschule erhalten oder An- und Ungelernte trotz jahrelanger Praxis in einem Tätigkeitsfeld keinen Berufsabschluss nachholen. Schon in der Schule behindert die frühe Selektion der Schülerinnen und Schüler auf getrennte Schulformen die Möglichkeiten, höhere Bildungsabschlüsse zu erreichen. Mit der Forderung nach mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem werden leichtere Übergänge innerhalb der Schulformen, die Anerkennung von praktischem Wissen, geringere Hürden für ein Studium und damit unterschiedlichere Aus- und Fortbildungsbiografien für die Menschen im Land Brandenburg angesprochen.
Hierzu gilt es einen Komplex von nicht leicht zu lösenden Aufgaben zu bewältigen. Das berührt z.B. die Anrechnung bereits erworbener Kompetenzen für den Zugang zu höheren Bildungsgängen und deren Verkürzung. Auch Vereinbarungen hinsichtlich der Vergleichbarkeit und Wertigkeit von Abschlüssen bis hin zur Entwicklung von diesbezüglichen handhabbaren Verfahren im Bildungssystem sind erforderlich.
Zur Förderung der Durchlässigkeit in der beruflichen Bildung werden im Land Brandenburg auch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds eingesetzt. Unter der Überschrift „Mehr Durchlässigkeit in der Berufsbildung - Brandenburg in Europa" wird die INNOPUNKT-Initiative des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg umgesetzt.
„Durchlässigkeit" bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur die Öffnung innerhalb der nationalen Bildungssysteme, sondern auch die Erschließung von Mobilitätsreserven in Europa. Die Initiative reiht sich in Entwicklungen im Bildungssystem auf europäischer, Bundes- und Landesebene ein. Der Gestaltungs- und Implementierungsprozess für einen Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) in Verbindung mit dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR)ist hier besonders hervorzuheben. Durch beide Rahmenwerke sollen die Bildungswege auf nationaler wie internationaler Ebene transparenter, durchlässiger und vergleichbarer werden.
Weitere Informationen:

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Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 zur Förderung der aktiven Bürgerschaft»»

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Bildungsscheck für Beschäftigte in Brandenburg»»