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Mehr Durchlässigkeit in der Berufsbildung

Frauen beim Lernen © Markus Schieder - Fotolia.comLebenslanges Lernen und Chancengerechtigkeit sind untrennbar mit einem flexiblen Bildungssystem verbunden. In jeder Lebensphase sollte es möglich sein, an vorhandene Kompetenzen anzuknüpfen und weiterzulernen. Unnötige zeitintensive Bildungsschleifen müssen ebenso vermieden werden wie Bildungssackgassen. In diesem Kontext spielt die Förderung nach mehr Durchlässigkeit in der Berufsbildung eine zentrale Rolle. Bei steigendem Fachkräftebedarf bleiben Qualifikationsreserven ungenutzt, wenn z. B. Absolventen von beruflichen Bildungsgängen schwer Zugang zur Hochschule erhalten oder An- und Ungelernte trotz jahrelanger Praxis in einem Tätigkeitsfeld keinen Berufsabschluss nachholen. Schon in der Schule behindert die frühe Selektion der Schülerinnen und Schüler auf getrennte Schulformen die Möglichkeiten, höhere Bildungsabschlüsse zu erreichen. Mit der Forderung nach mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem werden leichtere Übergänge innerhalb der Schulformen, die Anerkennung von praktischem Wissen, geringere Hürden für ein Studium und damit unterschiedlichere Aus- und Fortbildungsbiografien für die Menschen im Land Brandenburg angesprochen.

 

Hierzu gilt es einen Komplex von nicht leicht zu lösenden Aufgaben zu bewältigen. Das berührt z.B. die Anrechnung bereits erworbener Kompetenzen für den Zugang zu höheren Bildungsgängen und deren Verkürzung. Auch Vereinbarungen hinsichtlich der Vergleichbarkeit und Wertigkeit von Abschlüssen bis hin zur Entwicklung von diesbezüglichen handhabbaren Verfahren im Bildungssystem sind erforderlich.

 

Zur Förderung der Durchlässigkeit in der beruflichen Bildung werden im Land Brandenburg auch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds eingesetzt. Unter der Überschrift „Mehr Durchlässigkeit in der Berufsbildung - Brandenburg in Europa" wird die INNOPUNKT-Initiative des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg umgesetzt.

 

„Durchlässigkeit" bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur die Öffnung innerhalb der nationalen Bildungssysteme, sondern auch die Erschließung von Mobilitätsreserven in Europa. Die Initiative reiht sich in Entwicklungen im Bildungssystem auf europäischer, Bundes- und Landesebene ein. Der Gestaltungs- und Implementierungsprozess für einen Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) in Verbindung mit dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR)ist hier besonders hervorzuheben. Durch beide Rahmenwerke sollen die Bildungswege auf nationaler wie internationaler Ebene transparenter, durchlässiger und vergleichbarer werden.

 

Weitere Informationen:

 

 

 

  • Durchlässigkeit in der Berufsbildung in Deutschland:
    • Auf dem Informationsportal zum Deutschen Qualifikationsrahmen finden Sie Informationen zur aktuellen Entwicklung des DQR: Entstehung, Ziele, Funktion und Akteure des DQR. Ebenso können Sie Dokumente wie die Diskussionsgrundlage "Deutscher Qualifikationsrahmen für Lebenslanges Lernen" (Einführungstext, DQR-Matrix, Glossar) und die Dokumentation der ersten DQR-Konferenz herunterladen. Eine Zusammenstellung von Links informiert Sie über den nationalen und internationalen Stand der Diskussion.
    • Informationen zum Leistungspunktesystems in der beruflichen Bildung (DECVET) in Deutschland.

 

 

 

 

 

 

  • Studien und Berichte zum Thema Durchlässigkeit in der Berufsbildung:
    • Zum Vergleich der verschiedenen Nationalen Qualifikationsrahmen hat das CEDEFOP ein Webportal eingerichtet, das nun nach und nach mit den Informationen aus den verschiedenen EU-Mitgliedstaaten aufgefüllt wird: http://www.eqf-reference-nqf.net/Default.aspx
    • Die BMBF-Initiative „Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge", kurz ANKOM genannt hat sich mit der Entwicklung von Anrechnungsverfahren auseinander.gesetzt. Der Abschlussbericht sowie das Programm der Abschlussveranstaltung am 13./14. Mai 2009 in Berlin finden sich unter http://ankom.his.de/
    • Die BMBF Pilotinitiative "DECVET - Entwicklung eines Leistungspunktesystems in der beruflichen Bildung"läuft seit dem Herbst 2007. Im Fokus der Initiative steht die Durchführung von Pilotprojekten zur systematischen Erprobung eines Leistungspunktesystems zur Erfassung, Übertragung und Anrechnung von Lernergebnissen bzw. Kompetenzen von einem Teilbereich des beruflichen Bildungssystems in einen anderen. Ziel der Initiative ist es, mögliche Anrechnungspotenziale an den Schnittstellen rund um das duale System zu identifizieren und zu erproben und dadurch einen Beitrag zur Erhöhung der horizontalen und vertikalen Durchlässigkeit zu leisten.
    • In einer gemeinsamen Erklärung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) wird für mehr Durchlässigkeit zwischen beruflicher Bildung und Hochschulbildung geworben: http://www.dihk.de/inhalt/download/DIHK_HRK_durchlaessigkeit.pdf
    • Der Westdeutsche Handwerkskammertag hat im Rahmen einer Studie zur Berufswertigkeit einen Niveauvergleich von beruflichen Weiterbildungsabschlüssen und hochschulischen Abschlüssen vornehmen lassen. Die Studie vergleicht anhand bestimmter Indikatoren Abschlüsse aus verschiedenen Bildungssystemen und kommt dabei zu dem Ergebnis, dass darin erworbenen Kompetenzen durchaus gleichwertig sind. Unter der Internetadresse gibt es dazu mehr Informationen: www.handwerk-nrw.de/berufswertigkeit
    • Das BMBF hat im Rahmen der OECD Aktivität „Recognition of non-formal and informal Learning im Jahr 2008 einen "Bericht zum Stand der Anerkennung non-formalen und informellen Lernens in Deutschland" veröffentlicht.
    • Weitere Literaturhinweise finden Sich in der Zusammenstellung des BIBB aus der Literaturdatenbank Berufliche Bildung zum Thema "Durchlässigkeit im Bildungssystem" (Auswahlbibliografie)

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