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Innovationen brauchen Mut (IbM)

Das Projekt wird durch das Brandenburger Arbeitsministerium aus ESF- und Landesmitteln finanziert. IbM soll das besondere wirtschaftliche Entwicklungspotenzial in Wachstumsbranchen aktivieren und helfen, qualifizierte und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen. IbM gibt es seit August 2006, erst als Modellprojekt, dann als Projektförderung. Ab dem Jahr 2010 ist das Förderangebot in die Existenzgründungsrichtlinie des Landes überführt worden. Gefördert werden Gründungswillige mit innovativen Geschäftsideen, die ihr Unternehmen im Land Brandenburg ansiedeln wollen.

 

Die Mehrheit der geförderten Gründerinnen und Gründer sieht zuversichtlich in die geschäftliche Zukunft. IbM hatte ihnen qualifizierte Coachs und Berater vermittelt, die ihnen geholfen haben, ihr Unternehmen sicher zu starten. Der Schritt in die Selbstständigkeit ist immer ein Wagnis. Gründerinnen und Gründer müssen ihr Vorhaben gut vorbereiten und sie brauchen neben ihren speziellen Fachkenntnissen unternehmerische Kompetenzen. Handelt es sich um eine neue Idee oder ein neues Produkt, potenziert sich der Bedarf an Know-how, Beratung - und meistens Geld. Das gilt für Produkte im Hightech-Bereich, die erst vollständig entwickelt werden müssen, und oft auch für Dienstleistungen auf neuen Märkten. Etwas Neues auf den Markt zu bringen, heißt, andere davon zu überzeugen. Das gilt für private oder öffentliche Geldgeber genauso wie für Kunden. Bei all dem helfen die Expertinnen und Experten, die IbM vermittelt. IbM unterstützt auf zweierlei Weise: Die Coachs stärken die unternehmerischen Kompetenzen, damit die Gründer ihr Unternehmen erfolgreich am Markt platzieren und professionell führen. Zusätzlich helfen Branchenexperten, Netzwerkpartner oder der Coach, Geschäftskontakte anzubahnen und eine passende Finanzierung zu finden.

 

Evaluation zeigt: IbM wirkt

Die Unterstützung wirkt, das zeigt die Evaluation durch das ISG - Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH. Das Institut hatte die Modellphase von August 2006 bis März 2008 ausgewertet und die Ergebnisse Ende 2008 vorgestellt: Die Gründerinnen und Gründer waren mit dem Coaching zufrieden und die neuen Unternehmen entwickeln sich überwiegend positiv. Dem höheren Risiko einer innovativen Gründung entspricht auf der anderen Seite ein größeres Potenzial für Beschäftigung und wirtschaftliche Entwicklung. Das lässt sich schon in den ersten ein bis zwei Jahren nachweisen und gilt auch für die von IbM betreuten Gründungen. Fast die Hälfte der geförderten Unternehmen (48 Prozent) agieren auf internationalen Märkten, jedes fünfte ist europaweit geschäftlich tätig. Die Evaluation hat auch Ansätze für Verbesserungen aufgedeckt. Bisher nutzten vor allem Gründerinnen und Gründer aus Potsdam und Umgebung das Angebot. Und: IbM hat zwar auch bisher schon Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen betreut. Aber es überwiegen Unternehmen aus den Branchen Informationstechnologie (IT), Medien und Medizintechnik. Zukünftig soll IbM mehr Unternehmen aus anderen Branchen erreichen. Bisher haben vor allem zwei Aspekte eine breitere Wirkung gehemmt: Die Begriffe Innovation, wissensintensive Dienstleistung oder technologieorientierte Gründung werden unterschiedlich defi niert und machen nicht eindeutig klar, welche Vorhaben gefördert werden. Nicht alle Gründer aus der Zielgruppe fühlten sich angesprochen. Nur wenige Berater außerhalb des Potsdamer Gründungsnetzwerks empfehlen IbM; sie wissen nicht, welchen Mehrwert IbM gegenüber anderen Beratungen bietet und was es für die Berater bedeutet, Gründungsinteressierte an IbM zu vermitteln.

 

Hoch technologisch oder wissensintensiv

Traditionell wird Innovation mit Hoch- oder Spitzentechnologie verbunden. Diese Gründungen haben ein überdurchschnittliches Potenzial, hoch qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und die wirtschaftliche Entwicklung zu dynamisieren. IbM hat viele Gründungen dieser Art gefördert. Überdurchschnittliche Entwicklungschancen haben aber auch sogenannte wissensbasierte oder wissensintensive Dienstleistungen. Dazu gehören einerseits Dienstleistungen, die den technologischen Entwicklungen vor- oder nachgelagert sind, etwa Forschungs- und Labortätigkeiten oder Datenverarbeitung. Andererseits zählen dazu auch Dienstleistungen, welche beispielsweise Medienunternehmen oder Design-, Kultur- und Architekturbüros für Unternehmen erbringen. Diese Dienstleister entwickeln keine standardisierten Angebote, sondern für jeden Kunden eine individuelle Lösung. Für ihre Arbeit ist es typisch, dass sie fortlaufend die neuesten Entwicklungen auf ihrem Fachgebiet beobachten und dass sie im Gespräch mit ihren Kunden die Leistungen entwickeln. Vor allem Gründerinnen und Gründer der letztgenannten wissensbasierten Dienstleistungen fühlen sich von IbM seltener angesprochen. Zukünftig soll IbM vermehrt aus der Kreativwirtschaft akquirieren. Dazu zählen zwar auch IT-Unternehmen, solche Vorhaben hat IbM schon in der Vergangenheit häufig betreut. Zukünftig sollen verstärkt Gründungsinteressierte mit Vorhaben aus den anderen Bereichen dieser Branche, etwa Architektur und Design, akquiriert werden. Damit könnte IbM den Frauenanteil erhöhen, denn in der Kreativwirtschaft sind Frauen häufiger vertreten als in technologischen Branchen. Bisher waren nur 12 Prozent der Betreuten Frauen.

 

IbM geht in die Regionen

Zwischen 80 und 90 Prozent der bisher durch IBM geförderten Vorhaben liegen in Potsdam und Umgebung. In der neuen Förderperiode geht es jetzt darum, Partnerstrukturen in den anderen Regionen des Landes aufzubauen und darüber innovative Gründungsvorhaben aufzuspüren. Möglich sind beispielsweise auch Gründungsvorhaben aus den Bereichen Tourismus und Umwelt. Auch für diese gilt die oberste Prämisse: Sie müssen innovativ sein und überdurchschnittliche Entwicklungschancen haben. IbM wird mit den Akteuren gemeinsam Kooperationen gestalten, von denen alle profitieren. Wichtig ist es, herauszufinden, welche Branchen Potenziale für innovative Gründungen haben und wie die Unterstützung dort greifen kann. 

 

Qualität sichern

Ein wichtiger Aspekt bei IbM ist das Qualitätsmanagement. Entsprechend den Empfehlungen der Evaluatoren werden die Projektträger LASA und ZAB bis zur Überführung des Angebots in die Förderrichtlinie weiter daran feilen. In der Evaluation gut abgeschnitten haben bisher das Pre-Coaching, mit dem der individuelle Beratungsbedarf der Gründer festgestellt wird, und die sorgfältige Auswahl eines passenden Coachs. Noch besser gestaltet werden soll etwa das Verfahren, nach dem die Coachs ausgewählt werden. Auch die Zusammenarbeit mit den Coachs und anderen Experten kann noch zielführender organisiert werden. Der Erfolg des Coachings soll regelmäßig im Sinne eines Monitorings überprüft werden. Zukünftig werden Gutachter IbM begleiten, die Rückmeldungen der Gründer, Coachs und IbM-Koordinatoren auswerten und fachliche Hinweise geben. Ziel ist es, die Unterstützung durch IbM systematisch zu optimieren.

 

Dorothea Angel - BRANDaktuell 2/2009


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